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Rückverfolgbarkeit: Nur Aufwand oder Chance?



Angesichts zunehmender Sorgen um die Gesundheit, neuer weltweiter Richtlinien und eines äußerst wettbewerbsintensiven Marktes sollten Unternehmen der Lebensmittel- und Getränkebranche den Aspekt Rückverfolgbarkeit keinesfalls ignorieren. Sicherheit und Qualitätskontrolle in der Lebensmittelproduktion sind inzwischen zu heißen Eisen geworden, da die öffentliche Aufmerksamkeit für Vorfälle wie Lebensmittelkontaminierung, die Verbreitung von Krankheiten bei Nutzvieh und Bedrohungen durch Bioterrorismus immer mehr zunimmt. Auch hinsichtlich Etikettierung, Umweltschutz etc. nehmen die Anforderungen zu. In den letzten Jahren hat zudem das Aufkommen strikterer globaler Gesetze in Bezug auf Rückverfolgbarkeit dazu geführt, dass Transparenz hinsichtlich der Lebensmittelkette in den Blickpunkt gerückt ist.
Allerdings scheint die Übernahme entsprechender Praktiken immer noch nicht sehr weit vorangeschritten zu sein. Für viele Unternehmen gibt es noch immer viele Fragezeichen in Bezug auf Rückverfolgbarkeit. Was sind die tatsächlichen Vorteile? Wie weit sind entsprechende Kenntnisse schon verbreitet und wo fängt man am besten an? Wer ist verantwortlich für den Prozess und die Investition?
Denn wenn ein fertig verpacktes Produkt auf dem Tisch des Verbrauchers landet, sind in der Regel mehrere Unternehmen am Gesamtprozess beteiligt gewesen, von Rohstoffproduzenten über Großhändler, Transportunternehmen bis zu den Herstellern. Wer also sollte für die Rückverfolgbarkeit zuständig sein?
Verwirrung kann auch darüber entstehen, was Rückverfolgbarkeit wirklich umfasst; bei einigen Unternehmen geht es sogar so weit, dass das Problem als „zu schwierig“ einordnet wird.

Rückverfolgbarkeit ist im Prinzip die Fähigkeit, auf sämtliche Informationen zugreifen zu können, die mit Hilfe von Datenerfassungs-Tools wie etwa RFID-Etiketten über die Bewegungen eines Produktes gesammelt wurden und in den Backend-Systemen gespeichert sind. Und auch wenn Nachverfolgungsmechanismen nur den momentanen Status eines Produkts in der Lieferkette bestimmen können, sind fortgeschrittene Rückverfolgbarkeits-Tools in der Lage, einen Gesamtüberblick über alle Produktbewegungen zu liefern, rückwärts wie vorwärts, über alle Schritte der Lieferkette hinweg, sozusagen vom Feld bis auf den Teller.

Einhaltung gesetzlicher Vorschriften, Effizienz, Markenstrategie

Die Vorteile von Rückverfolgbarkeit können signifikant sein. Besonders für Exportunternehmen ist natürlich die Einhaltung regulatorischer Anforderungen in anderen Ländern entscheidend für das langfristige Überleben auf einem aggressiven internationalen Markt.

Allerdings beschränken sich die Vorteile nicht nur auf diesen Bereich. Es kann noch viel mehr erreicht werden in Sachen operative Effizienz, wenn die Managementprozesse auf der Lieferseite transparenter werden. Lawson vertritt die Ansicht, dass eine größere Transparenz in dieser Hinsicht die Effizienz im gesamten Unternehmen deutlich steigern kann – durch Optimierung operativer Bereiche wie Lagerhaltung und Lieferantenmanagement, verbesserten Zugriff auf Informationen und engere Zusammenarbeit und Geschäftsbeziehungen mit Handelspartnern.

Ein eher nach außen hin orientierter Aspekt ist die Lebensmittelsicherheit. Wo Angst vor Kontaminierung besteht oder Rückrufaktionen für Produkte erforderlich sind, ist es von entscheidender Bedeutung, unverzüglich Informationen über die Quelle der Kontaminierung, den Umfang der betroffenen Produkte, die beteiligten Anbieter oder Ursprung und Endpunkt von Produkten und Lagerhaltungsnummern zu erhalten. Rückverfolgbarkeitssysteme helfen in solchen Fällen mit chirurgischer Präzision. Dadurch wird das Risiko von Kosten für unnötige Rückrufaktionen und entgangene Verkäufe verringert. Und die Markenintegrität und das Verbrauchervertrauen bleiben erhalten. Große Unternehmen haben schon umfangreiche und sehr teure Marketingkampagnen durchführen müssen, um ihr Image nach Fällen von Lebensmittelkontaminierung wieder zu verbessern.

Rückverfolgbarkeit kann auch als leistungsfähiges und profilierendes Marketingwerkzeug dienen, um das eigene Produkt von der Konkurrenz abzuheben und die Markenloyalität zu stärken.
Vor zehn oder mehr Jahren waren Verbraucher noch kaum daran interessiert, welche Stoffe in einem Produkt enthalten waren, wie gut es für die Gesundheit war, wie es verpackt wurde und woher es kam. Produkte, die als gesund und natürlich galten, wurden häufig schlecht vermarktet und waren teuer. Doch inzwischen ist daraus eine Branche mit konstant steigendem Marktvolumen geworden.

Die zunehmende Nachfrage der Verbraucher nach Informationen bietet über die Rückverfolgbarkeit eine weitere ideale Gelegenheit, ein Unternehmen von der Konkurrenz abzuheben. Falls ein Unternehmen hervorragende Funktionen der Lieferkettenrückverfolgbarkeit einsetzen kann, um den Produktlebenszyklus darzustellen und zugesicherte Produkteigenschaften zu belegen, ist es in der Position, Produkte zu einem höheren Preis anzubieten oder das Markenimage zu verbessern.

Ignorierung der Rückverfolgbarkeit – Hinderungsgründe und Risiken

Einige vorausschauende Unternehmen der Lebensmittel- und Getränkebranche haben ihre Firmen bereits auf die Lieferketten-Rückverfolgbarkeit hin ausgerichtet, insbesondere Unternehmen aus dem Fleisch- und Nutzviehsektor sowie einige große Einzelhandelsketten sind hier schon weit fortgeschritten.
Aber andere Unternehmen sind noch längst nicht so weit. Möglicherweise verfügen sie über Stand-Alone-Systeme, um die Informationen vor Ort zu erfassen, aber nicht über die Fähigkeit, diese unmittelbar über das gesamte Unternehmen hinweg abzurufen. Noch schlechter sind Unternehmen dran, die immer noch mit papierbasierten Systemen oder manuellen Tabellen arbeiten.

Ein Hinderungsgrund ist das fehlende Bewusstsein für die Problematik. Was die Gesetzgebung anbetrifft, ist vielen Lebensmittel- und Getränkeherstellern nach Angaben der GS1-Organisation immer noch nicht bewusst, dass sich das regulatorische Umfeld ändert, und sie haben kaum eine Vorstellung davon, ob ihre Systeme den aktuellen Anforderungen überhaupt genügen.
Einige Fachleute sind auch der Meinung, dass die Branche zu sehr darauf fixiert ist, die Produktivität zu steigern, statt den Marktzugang als oberste Priorität zu begreifen. Rückverfolgbarkeit wird nicht im selben Maße als Gewinnquelle betrachtet wie etwa die Produktivität. Viele Unternehmen stecken eine Menge Energie in die Beschleunigung von Prozessen, versäumen es jedoch, das letztendliche Ziel ins Auge zu fassen, nämlich den Zugang zu globalen Märkten. Und dafür bietet die Rückverfolgbarkeit eine entscheidende Unterstützung.
Ein weiterer Hinderungsgrund, der immer häufiger auftaucht, ist die Frage: „Wer ist für das Problem zuständig und wer bezahlt die Lösung?“ Die größte Hürde ist hierbei, dass es keine Möglichkeit gibt, einen Teil der Lösung abzugrenzen und zu sagen: „Dies ist mein Teil, für den ich bezahle, und Sie zahlen für Ihren Bereich.“

Aktuelle Marktforschungsstudien haben sich mit dem Problem der Verantwortungsbereiche befasst und eine Konsortiumslösung für die Rückverfolgbarkeit als Vorschlag angedacht, an der sowohl alle Behörden als auch alle Unternehmen beteiligt sind. Die in diesen Studien vorgelegten Empfehlungen sehen ein verteiltes Datenmodell vor, bei dem die Informationen von den jeweiligen Unternehmen vor Ort innerhalb ihrer vorhandenen Lösungen gehalten werden. Die Lieferkette wird dann von einer Dachapplikation, die von einem Drittanbieter verwaltet wird, zusammengefügt.

Der Vorteil eines verteilten Datenmodells dieser Art besteht darin, dass die Datenquellen häufig bereits vorhanden sind, so dass keine Notwendigkeit besteht, ein Super-Data-Warehouse zu entwickeln und die Informationen aus der Lieferkette zu replizieren. Der Grund hier für ist: Wenn jede Partei für die Pflege ihrer eigenen Datenbanken verantwortlich ist und die Rückverfolgung auf Basis von Daten aus mehreren Quellen in einem einzigen Prozess erfolgt, ist das Problem der Verantwortlichkeit für jedes Unternehmen auf eine überschaubare Dimension reduziert. Dies kann eine gute Option für kleinere Unternehmen sein, bei denen die Ressourcen eher knapp sind. Der Vorschlag für eine solche Trace Task Force liegt zwar vor, ebenso eine gemeinsame Erklärung, dass auf diesem Gebiet etwas getan werden muss, aber bislang fehlt es noch an Unterstützung und Engagement, um das Projekt wirklich voranzutreiben. Damit sieht sich weiterhin jedes Unternehmen in der Lebensmittellieferkette vor die Aufgabe gestellt, sicherzustellen, dass man über optimale Prozesse und Systeme verfügt, um seine Marke zu schützen und Probleme der Lebensmittelsicherheit in den Griff zu bekommen. Lawsons Trace Engine kann solchen Unternehmen die entsprechende Transparenz bieten und die Verbindung zu unterschiedlichen Systemen in- und außerhalb des Unternehmens herstellen, so dass Hersteller und Verarbeiter von Lebensmitteln Lebensmittelsicherheit und Qualität garantieren können, wie es Kunden und Einzelhändler verlangen.

In operativer Hinsicht zahlt sich das Ganze für Unternehmen möglicherweise auch finanziell aus, da die Lieferkette so präzise verwaltet und die Wünsche der Verbraucher genau erfüllt werden können.

Wichtige Erwägungen
Unternehmen, die eine Rückverfolgbarkeits-Lösung in Erwägung ziehen, sollten dabei einige Aspekte berücksichtigen, die für den Erfolg wichtig sind:
      1. Schritt: In der Lage sein, die Spur von Produkten zu verfolgen: Von wo nach wo bewegen sich die Produkte?
      2. Schritt: Aspekte des Datenzugriffs sowie Prüfung, ob das Unternehmen tatsächlich über alle erforderlichen Daten für eine angemessene Verfolgbarkeit verfügt.
      Nach Aufzeichnen der Produktspur von Anfang bis Ende geht es um die Identifizierung aller beteiligten Parteien sowie deren Fähigkeit, für den entsprechenden Datenzugriff zu sorgen. Auf diese Weise kann ein Unternehmen zu einem verteilten Datenmodell gelangen.
      3. Schritt: Nach Identifizierung der Nachverfolgungslinie und der Datenquellen ist es notwendig, die Lücken in dieser Linie zu schließen – sofern dies machbar ist. Die Fähigkeit, fehlende Daten (etwa Lieferzeit, Transporteure, Lagerinformationen etc.) zu erfassen, ist entscheidend.
      4. Schritt: Dann ist es möglich, sich um die Implementierung eines „Front-end“-Prozesses zu kümmern. An dieser Stelle kommt eine Trace Engine-Schnittstelle ins Spiel, die den unverzüglichen Zugriff auf Informationen über ein benutzerfreundliches Portal ermöglicht. Ohne eine Trace Engine kann ein Unternehmen zwar mit der Rückverfolgung beginnen, wird aber womöglich Schwierigkeiten haben, den ganzen Pfad zu komplettieren.
      1.
Die Verwendung von Schnittstellen-Tools wie der Lawson Trace Engine kann Unternehmen in der Lebensmittel- und Getränkebranche helfen, ihre Produktqualität zu verbessern und möglichen Risiken bei der Nahrungsmittelsicherheit und -qualität vorzubeugen bzw. diese zu handhaben. Sie unterstützt Unternehmen gezielt bei der Verbesserung und Vereinfachung der Prozesse zur Rückverfolgung von Inhaltsstoffen und fertigen Produkten in komplexen weltweiten Lieferketten.

Derzeit gibt es nur wenig Auswahl bei Trace Engine-Lösungen mit „echten“ Benutzerschnittstellen. Die meisten Produkte sind maßgeschneiderte Lösungen oder Middleware-ähnliche Anwendungen, die mit ungleichartigen Datenbanken arbeiten. Bislang wurde mehr Energie in Technologie investiert, um Daten zu erfassen (etwa RFID, Strichcodes, Laboruntersuchungen), statt nach einer Methode zu suchen, wie man diese Informationen austauschen und gemeinsam nutzen kann. Allerdings wurde inzwischen eine neue Generation Webbrowser-basierter Rückverfolgbarkeits-Anwendungen entwickelt, die ein detailliertes Abfragen der von den Erfassungssystemen gelieferten Daten ermöglichen.

Lawson hat seine vorkonfigurierte webbasierte Lösung in Verbindung mit Nutreco entwickelt, einem der weltweit größten Lebensmittelproduzenten. Es handelt sich dabei um eine einfache Technologieschicht, die auf die vorhandenen Unternehmenssysteme aufsetzt und durch die Benutzer Abfragen per Mausklick erstellen können. Damit steht ein Front-end für den Abruf und die Validierung von Daten zur Verfügung, die es allen Beteiligten an der Wertschöpfungskette ermöglicht, auf produktbezogene Daten zuzugreifen und diese von Anfang bis Ende und dazwischen zu verfolgen.

Rückverfolgbarkeit sollte keineswegs auf die lange Bank geschoben oder zu einer nicht unbedingt erforderlichen Zusatzfunktion erklärt werden. Vielmehr sollte sie zum Kern des Enterprise-Systems von Lebensmittel- und Getränkeunternehmen werden und wie jede andere Investition in Forschung & Entwicklung betrachtet werden. Auf lokaler Ebene wird der entscheidende Druck letztlich von Einzelhändlern ausgehen, die größere Transparenz entlang der gesamten Lieferkette fordern werden. In größerem Maßstab werden strengere gesetzliche Vorschriften und eine wechselnde Marktdynamik größeren Druck ausüben, schneller und präziser auf relevante Nachverfolgungsdaten zugreifen zu können und den Herstellern eine entscheidende Methode an die Hand zu geben, sich von der Konkurrenz abzuheben und ihren Marktzugang zu verbessern.


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